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Colitis ulcerosa

Die Colitis ulcerosa gehört neben dem Morbus Crohn zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Die Erkrankung verläuft bei den meisten Betroffenen in Schüben – wobei sich beschwerdefreie Phasen mit intensiven Krankheitsphasen abwechseln können. Im Gegensatz zu Morbus Crohn betrifft die Colitis ulcerosa nahezu ausschließlich den Dickdarm. 

Die Ausbreitung der Entzündung erfolgt kontinuierlich, allerdings muss nicht das gesamte Kolon betroffen sein. Die entzündete Schleimhaut weist vor allem Ulcerationen - also Geschwüre auf. Aus diesen kann es zu erheblichen Blutungen kommen. Die Patienten beklagen abdominale Schmerzen, Durchfälle und rektale Blutabgänge.

Welche Ursachen hat die Colitis ulcerosa?

Die Ursachen der Krankheit sind noch weitgehend ungeklärt. Es wird angenommen, dass eine Störung des Immunsystems zu den Auslösern der Darmerkrankung gehört. Unser Immunsystem stuft dabei körpereigene Substanzen irrtümlicherweise als Krankheitserreger ein und greift eigene Körperzellen an. Auch über Risikofaktoren ist noch wenig bekannt. Genetische Veranlagung scheint eine Rolle zu spielen, da die Erkrankung oft gehäuft in Familien vorkommt. Diskutiert werden außerdem Infektionen als begünstigender Faktor bei Auslösung der ersten Krankheitsepisode. Bis vor einigen Jahren galten psychische Faktoren ebenfalls als Auslöser – heute geht man zwar davon aus, dass Stress einen erneuten Schub begünstigen kann, dem Einfluss der Psyche bei der Pathogenese der Erkrankung aber keine ursächliche Bedeutung zuzuordnen ist. Die Colitis ulcerosa tritt meist zwischen dem 20. und 35. Lebensjahr auf. Sie kann aber grundsätzlich jede Altersgruppe betreffen – vom Kind bis zum älteren Menschen. Die Krankheit entwickelt sich bei Männern und Frauen gleich häufig.

Welche Symptome und Beschwerden können auftreten?

Die Beschwerden können je nach Ausbreitung und Entzündungsgrad stark variieren.  Hauptsymptom der Colitis ulcerosa ist blutig-schleimiger Durchfall, der bis zu zwanzig Mal täglich auftreten kann. Betroffene beklagen krampfartige Schmerzen, die sich meist im linken Unterbauch und im Analbereich manifestieren. Typisch für die Erkrankung sind außerdem ein ständiger Stuhldrang und das Gefühl, dass der Darm nie vollständig entleert ist. Halten die Durchfälle länger an, kann es durch Nährstoffmangel und Anämie zu Belastungsinsuffizienz und Gewichtsabnahme kommen. Als systemische Erkrankung manifestiert sich die Colitis ulcerosa auch an anderen Organsystemen. Typisch sind Gelenkbeschwerden, eine Beteiligung der Leber und der Gallenwege, schmerzhafte Hautveränderungen und Entzündungen am Auge. Der Verlauf der Erkrankung kann sehr differieren. Das Spektrum reicht von wenigen Schüben und langen beschwerdefreien Intervallen bis zu einem kontinuierlichen Auftreten der Symptome. Fieber, Zunahme der abdominalen Beschwerden und der Frequenz der Durchfälle zeigen einen komplikativen Verlauf an. Der akut fulminante Verlauf mit Ausbildung eines toxischen Megakolons ist zwar selten, bedarf dann jedoch einer intensiven intensivmedizinischen Therapie. Nach jahrelanger Erkrankung erhöht sich das Risiko, an einem Kolonkarzinom zu erkranken um ein Vielfaches.

Wie wird Colitis ulcerosa diagnostiziert?

Colitis ulcerosa weist Ähnlichkeiten mit anderen entzündlichen Darmerkrankungen auf. Die Diagnosestellung ist daher nicht ganz einfach und sollte durch einen erfahrenen Gastroenterologen erfolgen. In der Gastroenterologie im Zentrum in München können wir Ihnen dahingehend weiterhelfen.

Laboruntersuchungen können Hinweise geben,  sicher nachweisen lässt sich eine Colitis ulcerosa allerdings nur durch eine Darmspiegelung (Koloskopie). Hierbei wird der Dickdarm mittels eines schlauchartigen Instruments bildlich dargestellt und nach Veränderungen der Darmschleimhaut untersucht. Die Untersuchung ermöglicht zudem die Entnahme von Gewebeproben (Biopsien), die Rückschlüsse auf die Erkrankung zulassen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bei der Behandlung der Colitis ulcerosa geht es hauptsächlich darum, akute Schübe abzumildern, beschwerdefreie Phasen zu verlängern und Beschwerden zu lindern – vollständig heilbar ist die Erkrankung nicht. Je nach betroffenen Darmabschnitten, Schweregrad der Erkrankung und Beschwerden, wird ein individuelles Behandlungskonzept erstellt.

Zur Anwendung kommen entzündungshemmende Medikamente, Kortikoide und Immunsuppressiva, die die Reaktion des Immunsystems dämpfen. Die heute ebenfalls in der Therapie etablierten TNF-Blocker haben zu einer wesentlichen Verbesserung der Behandlungsoptionen bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen geführt.

Nach Abklingen eines Schubes wird die Medikation über einen bestimmten Zeitraum weitergeführt, um lange beschwerdefreie Intervalle zu ermöglichen.

Nach mehreren Erkrankungsjahren ist außerdem eine regelmäßige Darmspiegelung zur Darmkrebsvorsorge durchzuführen.

Kontakt

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