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Obstipation (Verstopfung)

Bei einer Obstipation handelt es sich um eine Funktionsstörung des Darms, die einen akuten oder chronischen Verlauf aufweisen kann. Man spricht von einer Verstopfung, wenn die Stuhlentleerung erschwert, unvollständig ist oder selten erfolgt. Ursache einer Obstipation kann sowohl eine verlangsamte Passage des Darminhalts als auch eine Entleerungsstörung des Enddarmes sein. In welcher Häufigkeit der Darm entleert wird hängt unter anderem vom Stoffwechsel jedes Einzelnen ab. Sowohl zweimal tägliche als auch dreimal wöchentliche Frequenzen können im Normalbereich liegen. Bei einer chronischen Obstipation halten bestimmte Symptome über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten an. 

Mögliche Ursachen einer Verstopfung

Für eine Obstipation können verschiedenste Ursachen verantwortlich sein. Auf Reisen kann eine Umstellung auf ungewohnte Kost, ein anderes Klima und einen veränderten Tagesrhythmus vorübergehend eine Verstopfung verursachen. Auch Menschen mit stetig wechselndem Schlaf-Wach-Rhythmus sind häufig betroffen. 

Die Darmperistaltik - also  Kontraktionen der Muskulatur der Darmwand werden durch das darmeigene Nervensystem gesteuert, das wiederum mit Gehirn, dem vegetativem Nervensystem und der Psyche interagiert. Ist dieses Zusammenspiel gestört, kann es zu einer Verstopfung kommen. 

Frauen sind doppelt so häufig von Obstipationen betroffen wie Männer. Die Ursache liegt in hormonellen Veränderungen in der zweiten Zyklushälfte und während der Schwangerschaft, die die Peristaltik beeinträchtigen. 

Einige organische Erkrankungen gehen mit einer Verlangsamung der Darmtätigkeit einher. Dazu gehören unter anderem eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) oder Störungen im Zucker- und Mineralstoffwechsel. Hinter einer chronischen Verstopfung können aber auch Darmerkrankungen wie Divertikulose oder selten auch Karzinome stecken. 

Eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von Verstopfungen spielen Ernährungsweise und Lebensstil. Eine geringe Zufuhr von Ballaststoffen, faserarme Kost und chronischer Bewegungsmangel sorgen für eine verlangsamte Darmtätigkeit, die Obstipation begünstigt.

Woran ist eine Verstopfung zu erkennen?

Das Volumen beim Stuhlgang ist häufig gering – der Betroffene hat das Gefühl, dass der Darm nie vollständig entleert wird. Die Entleerung des Darms ist meist nur durch übermäßiges Pressen möglich. Das starke Pressen kann Analfissuren im Analkanal begünstigen – das sind kleine, sehr schmerzhafte Hauteinrisse. Diese können zu rektalen Blutabgängen führen.

Die Frequenz des Stuhlgangs liegt per Definition bei weniger als dreimal in der Woche. Von Obstipation wird auch gesprochen, wenn die Stuhlentleerung von Schmerzen oder anderen Symptomen begleitet wird. Treten mindestens zwei der aufgeführten Symptome über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten auf, ist von einer chronischen Obstipation auszugehen. 

Diagnose

In einer ausführlichen Befragung in der Gastroenterologie im Zentrum Münchens wird zuerst die Anamnese erhoben, dabei werden insbesondere Fragen zu Stuhlgewohnheiten und Begleiterkrankungen Gegenstand der Anamnese sein. Nach dem Gespräch folgt eine klinische Untersuchung komplettiert durch eine manuelle Untersuchung des Rektums. Zur Sicherung der Diagnose dienen Laboranalysen und Ultraschalluntersuchung (Sonografie). Mitunter sind auch weiterführende Untersuchungen wie Darmspiegelung (Koloskopie), Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) erforderlich. 

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Hier können die Therapieansätze je nach Fall und zugrunde liegender Ursache sehr unterschiedlich sein. In der Regel kann eine Verstopfung medikamentös durch individuell dosierte Abführmittel behandelt werden. 

Zur nachhaltigen Beseitigung einer chronischen Obstipation sind eine Umstellung auf ballaststoffreiche Kost und andere Maßnahmen, die den Lebensstil betreffen erforderlich. Ballaststoffe,  in Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten enthalten, erhöhen das Stuhlvolumen und verbessern in Verbindung mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr die Peristaltik. 

Vorsicht vor Selbstmedikation mit Abführmitteln 

Die Einnahme von Abführmittel ohne ärztliche Verordnung ist nicht ganz ungefährlich. Sie ist in der Regel unproblematisch, wenn sie gelegentlich und in niedriger Dosierung erfolgt. Bei regelmäßiger Anwendung besteht allerdings die Gefahr der Gewöhnung. Dies kann dazu führen, dass die Stuhlentleerung nur noch mithilfe abführender Medikamente möglich ist. Bei länger anhaltenden Unregelmäßigkeiten bei der Stuhlentleerung sollte eine diagnostische Abklärung angestrebt werden.

Kontakt

Wünschen Sie eine diagnostische Abklärung Ihrer Beschwerden oder haben Sie weitere Fragen? Dann erreichen Sie uns in der Gastroenterologie im Zentrum München über das Kontaktformular oder telefonisch unter 089 - 55 05 14 99 kontaktieren.